Grüne Risch-Rotkreuz überreichen 1'000 Unterschriften gegen Halbanschluss

 

 

Am Montagmorgen haben die Grünen Risch-Rotkreuz zusammen mit Vertretenden der «IG Halbanschluss Nein» ihre Petition gegen den geplanten Autobahn-Halbanschluss «Rotkreuz Süd» dem Gemeinderat Risch überreicht. Mit über 1'000 Unterschriften setzt die Rischer Bevölkerung ein deutliches Zeichen, dass dieser geplante Halbanschluss auf wenig Gegenliebe stösst. Nach Ansicht der Partei wird dieser neue Halbanschluss zu massiv mehr Durchgangsverkehr durch die Dorfzentren und Wohngebiete von Rotkreuz, Buonas und Risch führen. Zu viele Menschen wären in ihrer Lebensqualität durch eine weitere Verkehrslawine massiv beeinträchtigt.

 

 

 

«Im Zeitalter der Digitalisierung ist es wohl fehl am Platz, Verkehrslösungen aus dem 50er Jahren zu präsentieren. Die Gemeinde und der Kanton sollten innovative und nachhaltige Lösungsvorschläge ausarbeiten!» meint Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin und Präsidentin der Grüne Risch-Rotkreuz. «Die Rischer Bevölkerung will den Autobahn-Halbanschluss nicht!»

 

 

 

«1'000 Unterschriften sind eine bemerkenswerte Menge Unterschriften. Dieses Zeichen kann der Gemeinderat nicht ignorieren. Denn die Petition will, dass sich der Gemeinderat bei der Regierung einsetzt, dass dieser Halbanschluss nicht kommt.» ergänzt Konradin Franzini, Vize-Präsident der Grünen Risch-Rotkreuz.

 

 

 

Die Partei der Grünen und die IG Halbanschluss Nein, die bereits beachtliche 100 Mitglieder aufweist, haben sich ebenfalls bei der Mitwirkung der Kantonalen Richtplananpassung eingegeben und sich gegen den Autobahn-Halbanschluss zwischen Rotkreuz und Buonas ausgesprochen. Nun liegt es in den Händen des Kantonsrates, den Autobahn-Halbanschluss abzulehnen und nicht im Richtplan festzusetzen.

 

IG kämpft gegen Halbanschluss

Zuger Zeitung, Rahel Hug, 7. November 2018


Halbanschluss in Rotkreuz: Der Widerstand wächst

Zuger Zeitung, Rahel Hug, 3.November.2018


 

Im kommenden Jahr wird der Kantonsrat über die Festsetzung des Autobahn-Halbanschlusses Rotkreuz Süd im Richtplan entscheiden. Bereits jetzt haben rund 700 Personen eine Petition gegen das Projekt unterschrieben.

 

Rotkreuz hat ein Verkehrsproblem – das zeigt die Blechlawine, die täglich zu den Stosszeiten durch den Forrenkreisel im Industriegebiet rollt. Als mögliche Lösung wollen Kanton und Gemeinde unter anderem einen Bypass bei besagtem Kreisel und einen neuen Autobahn-Halbanschluss an die A4bei der Buonaserstrasse realisieren. Für den sogenannten Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd ist zuerst eine Richtplanänderung nötig. Kürzlich hat die kantonale Baudirektion über das Vorhaben informiert, bis am 18. Dezember läuft die öffentliche Mitwirkung.

 

Doch bereits jetzt ist der Widerstand gegen das Strassenprojekt, dessen Bau letztlich in der Kompetenz des Bundes liegt, gross. Die Grünen Risch-Rotkreuz haben im Sommer eine Unterschriftensammlung gegen den Halbanschluss gestartet. Inzwischen unterstützen bereits 700 Personen die Petition, wie Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin (Alternative-die Grünen) und Präsidentin der Ortspartei, bestätigt. «Wir waren viel auf der Strasse, aber auch online haben bisher rund 150 Leute die Petition unterschrieben», sagt sie. Man habe auch Menschen erreichen können, die nicht stimmberechtigt sind. «Beider Sammlung haben wir auch gemerkt, dass viele noch nicht Bescheid wissen, um was es genau geht oder schockiert sind, dass der Halbanschluss so nahe bei Buonas und Rotkreuz geplant ist.» Nach Auffassung der Grünen führt der Halbanschluss zu massiv mehr Durchgangsverkehr durch die Wohngebiete von Rotkreuz, Buonas und Risch. Gerade in Buonas seien die Befürchtungen gross, erklärt Schriber. «Aber auch im Rotkreuzer Dorfkern sind die Menschenbetroffen, insbesondere die vielen Schulkinder, die die Strasse queren müssen, Senioren vom Alterszentrum oder Besucher zum Bahnhof, der Läden, des Dorfplatzes und der vielen Sportanlagen.

 

Unterschriftensammlung läuft bis Mitte Dezember

Die Grünen haben beschlossen, noch bis Mitte Dezember Unterschriften zu sammeln. «Unser Ziel lag bei 500 Unterschriften. Jetzt sind wir bereits weit darüber, das hat uns zusätzlich Schwung gegeben.» Die Petition soll beim Rischer Gemeinderat eingereicht werden, dieser wiederum soll sich beim Kanton gegen das Projekt einsetzen. Hanni Schriber kündigt auch an, gegen den Halbanschluss im Rahmen der laufenden Mitwirkung eine Eingabe zu machen. «Wir hoffen natürlich, dass der Kantonsrat im nächsten Sommer den Halbanschluss nicht in den Richtplan aufnimmt. 

 

Gar nicht begeistert vom Projekt ist auch Roger Hausheer, der in achter Generation den Bauernhof Rüti führt. Sein Grundstück grenzt im Osten an die Autobahn A4. Aller Voraussicht nach wäre sein Land vom Bau des Halbanschlusses betroffen. Er ist enttäuscht, dass er nicht früher von den Behörden informiert wurde: «Ich habe einen Tag vor der offiziellen Info-Veranstaltung im Sommer 2017 vom Projekt erfahren», sagt er. Um weitere Informationen zu erhalten, habe er schliesslich selber aktiv werden müssen. Hausheer befürchtet, dass er nicht nur für die Autobahn-Auffahrt Land hergeben müssen wird, sondern auch für eine Verbreiterung der Buonaserstrasse. «Bereits heute kommen Busse und Lastwagen hier kaum aneinander vorbei. Ich gehe davon aus, dass man die Strasse vergrössern muss», so der Landwirt. Auch für ihn steht fest, dass er sich gegen das Vorhaben wehren wird.

 

Bis zum Baubeginn dürfte es acht bis zehn Jahre gehen

Doch bis die Bagger dereinst auffahren könnten, werden noch einige Jahre verstreichen. Gemäss ersten Besprechungen sei der Bund, namentlich das Bundesamt für Strassen Astra, bereit, das generelle Projekt auszuarbeiten, wie Baudirektor Urs Hürlimann Auskunft gibt. Details sind aber noch keine bekannt. «Mit allen notwendigen Schritten dürfte es sicher acht bis zehn Jahre bis zum Baubeginn gehen.» Insbesondere, wenn es auch um griffige flankierende Massnahmen gehe. «Dies wird Zeit brauchen», so Hürlimann.

 

Stichwort flankierende Massnahmen: Der Richtplan sieht solche explizit vor, um übermässigen Mehrverkehr zu verhindern. Es sei nicht im Sinne des Bundes, des Kantons und der Gemeinde, dass der neue Halbanschluss eine überregionale Wirkung habe und Mehrverkehr von Süden her anziehe, so Hürlimann. «Es wird die gemeinsame Aufgabe sein, im Rahmen der weiteren Planungen diese Ängste ernst zu nehmen.» In diesem Zusammenhang sei vor allem der Vollanschluss Küssnacht zentral. Der Bund plant, diesen zu sanieren. Hürlimann erklärt: «Wenn dieser wieder staufrei funktioniert, ist die Gefahr von Ausweichverkehr von Süden durch Buonas und Risch faktisch unterbunden.» Der FDP-Regierungsrat hält fest, dass beispielsweise Autofahrer aus Buonas und Risch neu direkter auf die Autobahn gelangen und nicht mehr den Umweg via Blegistrasse, Holzhäusern oder Rotkreuz Dorf und Forrenkreisel nehmen. «Damit werden auch Anwohnerinnen und Anwohner an diesen Strassen entlastet.»

 

Viele andere Varianten schneiden schlechter ab

Hürlimann hat Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung, er sagt aber: «Neue Infrastrukturen zu realisieren ist heute schwierig. Seien dies Natelantennen, welche ja alle brauchen, aber niemand eine vor dem Haus will, oder neue Strassen- und Eisenbahnprojekte.» Der Bund, so der Baudirektor, sehe in dieser «effizienten Massnahme» die Möglichkeit, seine zukünftigen Probleme auf der Autobahnausfahrt Rotkreuz zu lindern. «Viele andere Varianten schneiden schlechter ab und erfüllen die Vorgaben des Astra nicht.» Man werde sehen, wie die Parteien und Organisationen den Vorschlag zur Richtplananpassung aufnehmen. Die Petition der Grünen werde in diesem Prozess einbezogen. Man werde auch mit den Grundeigentümern das Gespräch suchen. Schlussendlich liegt der Ball beim Kantonsrat. Zur Frage, ob sich die Bevölkerung nach einer allfälligen Aufnahme in den Richtplan noch einmal zum Projekt wird äussern können, sagt Urs Hürlimann: «Je nach Höhe der Kosten wird der Kantonsrat einen Kredit sprechen. Dieser ist referendumsfähig, womit es denkbar ist, dass der ganze Kanton darüber abstimmt.» Zurzeit sei noch nicht klar, ob es seitens der Gemeinde ebenfalls eine Kreditvorlage für einen Kostenbeitrag braucht, über die der Rischer Souverän abstimmen könnte.